Ihre Herausforderungen im Digital Design

Die Softwareentwicklung ist der Dreh- und Angelpunkt einer fortlaufenden, erfolgreichen Digitalisierung. Dabei ist die Softwarebranche damals wie heute stark technologie-fokussiert. Dennoch begreifen immer mehr Unternehmen nach und nach, dass Software viel mehr leisten kann, als die Kundenseite erwartet oder vorgegeben hat. Durch die neuen und teilweise unerkannten Möglichkeiten, die Software uns bietet, sind die Fachbereiche lediglich in der Lage nur vage auszudrücken, welche Ziele die Benutzer mit den Systemen verfolgen. Infolgedessen bleiben viele Vorhaben weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. In diesem Zusammenhang gewinnen gestalterische Aspekte zunehmend an Bedeutung. Es geht also nicht mehr nur darum, existierende Abläufe aus Technologiesicht zu digitalisieren, sondern das Nutzererlebnis wie die Form, Funktionen, Fähigkeiten oder auch emotionale Eigenschaften wie Ästhetik und qualitative Eigenschaften wie Performance zu optimieren (vgl. Bitkom e.V.). Werden diese Aspekte nicht ausreichend berücksichtigt, wird ein relevanter Wettbewerbsvorteil durch mangelnde Gestaltungskompetenz verspielt. Aus diesem Grund ist ein Zusammenspiel von IT- und Design-Rollen essenziell, welche durch den Digital Design Professional verkörpert werden.

Als Digital Design Professional begegnen uns in einer sich schnell wandelnden Welt mit innovativen Technologien und Herausforderungen immer wieder neue Anwendungsfälle.

Einige unserer Use Cases mit unterschiedlichen Motivationen und von uns erarbeiten Ergebnissen möchten wir im Folgenden vorstellen:

Was ist Digital Design?

Digital Design ist definiert als das kreative Design von digitalen Lösungen. Aber was bedeutet das?

In der heutigen Zeit machen Soft- und Hardware in Form digitaler Lösungen einen sehr großen Teil unserer Lebens- und Arbeitswelten aus. Diese sollen sich möglichst nahtlos in unsere Umwelt integrieren und dabei unser Leben und Arbeiten vereinfachen. Um in Zeiten der Digitalisierung eine hohe Akzeptanz und schnelle Integration solcher Produkte zu erreichen, ist vor allen Dingen das Zusammenspiel von Design und Technik von enormer Wichtigkeit. Ein gutes Design mit entsprechend guter Technik, optimal abgestimmt auf die Nutzerbedürfnisse, ermöglichen den Vermarktungserfolg einer Digitalen Lösung. Genau dies bietet Digital Design als Disziplin.

Digital Design ist aus der Erkenntnis heraus entstanden, dass Softwareentwicklung, die essentielle Disziplin der Digitalisierung – oder auch digitalen Transformation – ist. Leider hat sich die Softwareentwicklung über die Jahre hinweg immer stärker in eine sehr technisch-zentrierte Richtung entwickelt. Dies hat dazu geführt, dass sie sich zu wenig mit den Einflüssen der umgesetzten Technik oder den Auswirkungen der Digitalisierung auf den Menschen und sein Leben und Arbeiten auseinandergesetzt wird. Der Bitkom-Verband hat sich dieser Aufgabenstellung 2017 in der Arbeitsgruppe „Software-Gestalter“ angenommen und festgestellt, dass sich durch diese technisch-zentrierte Sichtweise „… eine größer werdende Kluft zwischen der Welt der Nutzer der Digitalisierung und der Welt der Realisierer der Digitalisierung entwickelt hat“ (Bitkom e.V.). Mit der Einführung der Profession Digital Design soll diese Kluft geschlossen werden. Ziel ist es im Digital Design den Menschen, sein Nutzungsverhalten und das Design selbst in den Mittelpunkt zu setzen und Software nicht nur zu entwickeln, sondern zu gestalten. Dazu verfolgt Digital Design einen ganzheitlichen Ansatz der Entwicklung, Technik, Design und Mensch miteinander vereint.

Diese Vereinigung bildet sich im Digital Design in Kompetenzen ab und wird durch den Digital Design Professional repräsentiert.

Kompetenzen eines Digital Design Professionals.
Quelle: Darstellung übernommen und angepasst; angelehnt an die Überlegungen der IREB e. V.

Querschnittskompetenz: Zu der Haupt-Kompetenz gehört neben den eher sachlichen Kompetenzen auch die „menschliche“ Kompetenz. Der Digital Design Professional unterstützt beim Analysieren und Entwickeln einer digitalen Lösung gemeinsam mit dem Kunden, durch z.B. Moderation von Workshops, um den Einsatz der digitalen Lösung und den Mehrwert für die Zielgruppe zu eruieren. Dabei helfen dem Digital Design Professional Moderations-Skills, Softskills und eine starke Kommunikationsfähigkeit beide Sichtweisen (die des Anbieters und des Endkunden) einnehmen und verstehen zu können.

Design-Kompetenz: Diese Kompetenz vereint alle design-relevanten Disziplinen, wie z.B. das Know-how über UI-/UX-Design und die Konstruktion von Prototypen. Grundsätzlich bringt der Digital Design Professional diese Kompetenz mit, muss sich aber nicht in der Tiefe in diesen Themengebieten auskennen. Dazu setzt er Spezialist:innen ein, die besondere Expertise beim Umsetzen und Entwickeln von Konzeptionen für die Nutzerführung, die Oberflächengestaltung und die Gestaltung von Prototypen haben.

Digital-Kompetenz: Die Digital-Kompetenz (ehemals: Materialkompetenz) betrachtet die eingesetzte Technik als „Bau“-Material und wird von Spezialist:innen (Software-, Hardware-Entwicklung, Security, usw.) so eingesetzt, wie es für die Umsetzung von digitalen Lösungen benötigt wird. Wie bei der Designkompetenz kennt der Digital Design Professional das Themengebiet, bezieht aber Expert:innen ein, die ihr Wissen für die vollständige Umsetzung von digitalen Lösungen einsetzen.

Digital Design Professionals sind in erster Linie vergleichbar mit Architekt:innen. Wie diese sind sie, wie bereits beschrieben, ausgestattet mit bestimmten Kompetenzen (vgl. Bitkom e.V.). Damit unterstützen sie Kund:innen und Nutzer:innen bei der Entwicklung der Produktvision einer digitalen Lösung zur Verbesserung von Leben und Arbeiten.

Die Grundlage für alle Tätigkeiten bilden die 10 Grundprinzipien für ein gutes Digital Design.

Digital Design...
  1. … ist nützlich und gebrauchbar
  2. … ist elegant und ästhetisch
  3. … ist evolutionär
  4. … ist explorativ
  5. … nimmt den ganzen Menschen in den Fokus
  6. … antizipiert die Auswirkungen seiner Ergebnisse
  7. … achtet auf Datenschutz und -sicherheit
  8. … ist nachhaltig und schafft Nachhaltigkeit
  9. … würdigt analoges und digitales in gleicher Weise
  10. … nutzt Digitales, wo es erforderlich ist

Quelle: Digital Design Manifest, Bitkom e.V.

Digital Design Professionals achten darauf, dass alle an der Umsetzung beteiligten Spezialist:innen sich nach diesen 10 Grundprinzipien richten.

  • Sie stellen sicher, dass die konzeptionelle Arbeit die Vorzüge hinsichtlich Nutzen, Bedienung und Ästhetik herausstellt und die Datensicherheit mit einbindet.
  • Sie planen Prototypen ein und lassen sie unter Einbezug der 10 Grundprinzipien bauen. Prototypen ermöglichen z.B. die Entwicklung von alternativen UI und UX und deren Vergleichbarkeit.
  • Sie sorgen dafür, dass das Verständnis dafür da ist, dass digitale Technologien einen Einfluss auf viele der 10 Grundprinzipien haben, wie z.B. die Flexibilität von Technologien, wenn es um die Weiterentwicklung und Erforschung von digitalen Lösungen geht.
  • Sie sorgen auf allen Seiten für Verständnis des menschlichen Impacts auf die Umsetzung. Dabei helfen den Digital Design Professionals ihre Erfahrung im People Management. Dies ist sehr wichtig, weil es alle relevanten Stakeholder einbezieht und ihr Kommitment zur Umsetzung der gemeinsam gestalteten Produktvision einfordert.
  • Zu guter Letzt ist nichts wichtiger als eine Grundlage, auf die all ihre Tätigkeiten beruhen: ein sehr gut strukturiertes und analysiertes Business Modell. Dies ist notwendig, um eine wirtschaftlich erfolgreiche Digitale Lösung auf den Markt zu bringen und finanzielle Mittel für sie zu beschaffen.

Ihre Vorteile durch den Einsatz von Digital Design

Die Grundlage eines jeden erfolgreichen Produktes stellt eine klare Produktvision dar. Diese schafft die Grundlage für die Entwicklung eines bedarfsgerechten Produktes. Daher beeinflusst die gemeinsame Festlegung einer Produktvision den Erfolg eines Produktes maßgeblich.

Bei der folgenden Umsetzung richten die vorgestellten 10 Grundprinzipien von gutem Digital Design unseren Fokus auf das Wesentliche und befähigen uns, hervorragende Produkte zu entwickeln. Um das Ziel zu erreichen und die Produktvision erfolgreich umzusetzen hilft uns ein iteratives Vorgehen, beispielsweise durch das frühzeitige und regelmäßige Einholen von Anwenderfeedback. Mit kurzen Feedbackzyklen können Ideen schneller validiert werden.

Dieses Vorgehen führt zu gleich zwei wichtigen Vorteilen:

  • Zeitersparnis – Es kann frühzeitig geprüft werden, ob ein Produkt tatsächlich den erwarteten Mehrwert bietet
  • Risikominimierung – Tritt ein gewünschter Effekt am Markt nicht ein, sind wir in der Lage, proaktiv zu reagieren und Maßnahmen abzuleiten, die zum Erreichen der definierten Ziele und des gewünschten Mehrwertes beitragen.

Demzufolge erreichen wir kundenzentrierte, innovative Produkte mit konkurrenzfähigen Cycle-Times. Die dadurch entstehenden Vorteile lassen sich also wie folgt zusammenfassen:

  • Es wird schneller ein Wert für Kund:innen und Endbenutzer:innen produziert (Time2Value)
  • Das Produkt ist schneller auf dem Markt (Time2Market)
  • Das Risiko der Produktentwicklung wird minimiert
  • Die Zufriedenheit der Kund:innen ist hoch

Die methodische Vorgehensweise eines Digital Design Professionals

Als Digital Design Professionals vereinen wir Design-, Digital- und Querschnittskompetenzen und stellen somit eine rollenübergreifende Schnittstellenfunktion in der bedarfsgerechten Produktentwicklung dar. Hier setzen wir auf vier Level, die in drei ineinandergreifende Phasen durchlaufen werden:

In der Scoping Phase starten wir zunächst mit einer Marktanalyse und der Zielgruppendefinition. Mittels Methoden wie der Projektumfeldanalyse, der Stakeholder Matrix oder dem Stakeholder Mapping befähigen wir Sie, relevante Stakeholder zu identifizieren. Für die Zielgruppendefinition setzen wir Hilfsmittel wie Personas ein. Zudem kann es zu Beginn der ersten Phase notwendig sein, das Geschäftsmodell zu überdenken.

Die Methodik von Digital Design. Quelle: Darstellung übernommen und angepasst; angelehnt an die Überlegungen der IREB e. V.

Als Digital Design Professional ist es unser Ziel Sie dazu zu befähigen, über den aktuellen Stand der Möglichkeiten hinaus zu denken und somit neue Konzepte und Anwendungen zu entwickeln. Gemeinsam mit Ihnen beginnen wir, die Produktvision zu formen. Dabei stimmen sich unsere Product Owner mit unseren Auftraggeber:innen ab und bestimmen den Rahmen der digitalen Lösung. Element Canvas oder Lean Canvas unterstützen uns methodisch, relevante Informationen zu ermitteln und übersichtlich zusammenzufassen. In diesem Zusammenhang entsteht ein erster Entwurf der möglichen Roadmap, da sich aus den im Canvas gewonnenen Erkenntnissen bereits ein Backlog herauskristallisieren kann. Im Digital Design bezeichnen wir dies als Solutions Board.

Auch in der Konzeptionsphase stimmen wir uns mit Ihnen ab, um entstandene Stories in Epics in einem Epic Board zu clustern und diese in Abhängigkeit zu den verschiedenen Anforderungen zu priorisieren. Die gewonnenen Erkenntnisse lassen wir à la inspect and adapt in die Roadmap einfließen. Hierzu greifen wir gerne zur User Story Map, um unterschiedliche Releases bzw. Arbeitspakete sowie mögliche Abhängigkeiten abbilden zu können.

Vorgehensweise eines Digital Design Professionals. Quelle: Darstellung übernommen und angepasst; angelehnt an die Überlegungen der IREB e. V.

Die Vorgehensweise eines Digital Design Professionals umfasst verschiedene Schritte, die während der Phasen (Scoping, Konzeption und Umsetzung & Betrieb) durchlaufen werden.

Aus dem Prozess und der planerischen Arbeit entstehen Prozess-Artefakte, wie Roadmap/Release Plan und eine User Story Map.

Prozess-Artefakte der planerischen Arbeit. Quelle: Darstellung übernommen und angepasst; angelehnt an die Überlegungen der IREB e. V.

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