02. September 2021
3 Min.

Das vernetzte Wohnmobil: Ein Prototyp

Die intelligente Vernetzung von Smartphones, Heizungssystemen und Haushaltsgeräten, wie etwa Kühlschränke oder Spülmaschinen, ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Mit nur einem Klick oder per Sprachsteuerung werden alltägliche Vorgänge über das Internet in unseren eigenen vier Wänden automatisiert. Für ein vollständig digitalisiertes Wohnmobil wird jedoch eine übergreifende Lösung benötigt.
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Smartes und sicheres Reisen

Stell dir vor du verreist in einem vollständig digitalisierten Wohnmobil, das eine zentrale Verwaltung der Stromversorgung, der Sensoren, Ventile und sogar Füllstände ermöglicht. Wäre es nicht schön die GPS-Position deines Wohnmobils auf dem Smartphone verfolgen zu können? Sofort wirst du auf deinem mobilen Endgerät darüber informiert, falls es zu einem Diebstahl kommt und das Wohnmobil sich von seinem Platz bewegt.

Zentrale Steuerungspanel gehören seit langer Zeit zur Grundausstattung jedes Wohnmobils, jedoch ist bislang noch kein herstellerunabhängiger Standard auf dem Markt bekannt. Es stellt sich daher die Frage, wie eine einheitliche Lösung entwickelt werden kann und genau darum soll es in diesem Blogbeitrag gehen!

Wie funktioniert eine Mobile Smart Home Box?

Smart Home bedeutet, dass innerhalb eines Haushalts verschiedene Geräte miteinander vernetzt sind und zentral gesteuert werden. Damit diese Geräte miteinander interagieren können, wird eine Schnittstelle benötigt. Jetzt fragst du dich bestimmt: Wie lässt sich das technisch umsetzen? Der Prototyp besteht aus einem Hauptserver und einem Einplatinencomputer in Verbindung mit einem GSM-Funkmodul. Die Konstruktion des Einplatinencomputer-Gehäuses wurde mithilfe einer CAD-Software und einem Resin/SLA-3D-Drucker bewerkstelligt. Für mobile Endgeräte gibt es eine Web-Applikation. Die App verbindet sich automatisch über Bluetooth, wenn man sich in der Nähe des Prototyps aufhält oder wahlweise auch über die Internetverbindung.

Ich glaube jeder begeisterte Camper kennt die Situation: Plötzlich ist der Strom schneller aufgebraucht als ursprünglich geplant. Damit es gar nicht erst zu dieser Situation kommt, kannst du mithilfe der App jederzeit messen wie viel Strom bereits verbraucht wurde und noch zur Verfügung steht. Abgedeckt wird diese Messung über die Funksteckdose. Hierüber kannst du außerdem all deine Geräte komfortabel ein- und ausschalten. Eine weitere nützliche Funktion stellt das GPS-Tracking dar, denn wenn du dich mit der Box über automatisch generierte QR Codes verknüpfst, wird eine Historie all deiner gefahrenen Routen und besuchten Standorte erstellt. Zudem kann jederzeit die aktuelle Wettervorhersage abgerufen werden, was deine Reiseplanung erleichtern wird.

Auf Basis regelmäßiger Benutzertests wurde ein UI-Design für die Mobile-Web-Applikation entwickelt, das die intuitive Bedienung fördert und gängige Designkonzepte verwendet. Für das Backend der Applikation, welches auf dem Einplatinencomputer läuft, wurde ein Node.js-Server eingesetzt. Dieser ermöglicht einerseits die Verbindung zu verschiedenen Sensoren und Smart-Home-Geräten wie WLAN-Steckdosen, andererseits übernimmt er die Kommunikation mit dem Hauptserver.

Smart Home auf Rädern: Die Vorteile

Auf der einen Seite ermöglicht der Prototyp eine kontinuierliche Überwachung des Ist-Zustands der Stromversorgung. Auf der anderen Seite werden Sensordaten sicht-und abrufbar. Daraus können Daten aus dem Wohnmobil in einer App integriert und mit Social-Networking-Funktionalitäten kombiniert werden. Einstellungen lassen sich ab sofort ganz einfach über das Smartphone vornehmen! Dank der Verfolgung der GPS-Position des mobilen Endgeräts und des Einplatinencomputers ist eine kontinuierliche Überwachung des Wohnmobils möglich. Zudem kannst du dir in der App die Wetterbedingungen vor Ort in Echtzeit anzeigen lassen.

Blick in die Zukunft

Der Prototyp stellt ein Fundament für weitere mögliche Entwicklungsschritte dar und kann als herstellerunabhängige Digitalisierungslösung von Anwender:innen eingesetzt werden. Der Trend der letzten Jahre zeigt, dass mobile Applikationen von Reisenden mit dem Wohnmobil vermehrt eingesetzt werden. Nach weiteren Testings wird es möglich sein die Box stetig weiterzuentwickeln und mit spannenden Features auszustatten. Denkbar wäre es beispielsweise eine Funktion einzurichten, die es ermöglicht Famillien- oder Gruppen-Accounts zu erstellen. Oder dass das Wohnmobil ganz einfach per App abgeschlossen werden kann. Wäre es nicht großartig, wenn zusätzlich durch Sensoren erkannt werden könnte, dass ein Gewitter aufzieht und das Dachfenster automatisch geschlossen wird? Wie ihr seht sind kreativen und einfallsreichen Ideen nahezu keine Grenzen gesetzt.

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