10. September 2020
3 Min.

Management 3.0: Personal Maps - Viel mehr als eine Mindmap

Personal Maps sind eine Practice aus Management 3.0. Sie unterstützen dabei Teammitglieder näher kennenzulernen, wodurch das Teamgefühl gestärkt und die Zusammenarbeit positiv beeinflusst werden. Im Folgenden erhälst du Impulse dafür, wie du die Methode in deinem Kontext einsetzen kannst.
Novatec Granada

Ich arbeite seit April 2020 überwiegend im HomeOffice und nehme wahr, dass der Kontakt zu meinen Teammitgliedern sich dadurch stark verändert hat. Es gibt weniger informelle Gespräche und wenn doch, dann sind dafür meist vorab vereinbarte Termine notwendig. Gerade wenn man neu in einem Team ist, kann dies zur Herausforderung werden und man lernt die Kollegen schwerer kennen. In meinem Team haben wir uns bewusst Zeit dafür genommen, uns gerade jetzt besser kennenzulernen und somit auch mit mehr Verständnis für einander zusammen zu arbeiten. Eine Methode, die wir dafür genutzt haben, sind Personal Maps aus Management 3.0.

Photo by Allie on Unsplash

Worum geht’s überhaupt?

Die Personal Map ist eine Practice aus Management 3.0, die die Zusammenarbeit in Teams fördern soll. Dabei wirkt sich diese Practice positiv auf das Vertrauen und die Teambindung aus. Ein Beispiel für den Einsatz von Personal Maps kann im Rahmen einer Retrospektive als Teambuilding-Methode sein. Darüber hinaus kann die Methode zum Start von neuen Teams oder bei Veränderungen im Team genutzt werden, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken.

Klingt interessant?! – Wie kannst du mit deinem Team anfangen?

Je nach Kontext kannst du verschiedene Ansätze nutzen, um eine Personal Map zu erstellen. Im Allgemeinen erweisen sich bereits befüllte Maps als gute Inspirationsquelle für Kategorien. Gruppen, die noch nicht so lange zusammenarbeiten oder zum ersten Mal aufeinandertreffen, verfügen naturgemäß über besonders wenig Wissen über andere Gruppenmitglieder. Daher kann es hier sinnvoll sein, dass die Personal Map jeweils selbst erstellt wird. Eine weitere Möglichkeit mit einem höheren Grad der Vernetzung, die mehr Zeit in Anspruch nehmen kann, stellt die Gestaltung in Teams dar. Beispielsweise kann in 1:1-Gesprächen die Personal Map für die Kollegin oder den Kollegen erstellt werden. Genauso wie die Erstellung so kannst du auch die gemeinsame Betrachtung der Ergebnisse unterschiedlich gestalten. Jeder kann seine eigene Personal Map vorstellen oder sie wird durch ein anderes Gruppenmitglied vorgestellt. Egal für welche Variante du dich entscheidest, stell unbedingt sicher, dass keine Fehlinformationen in Umlauf geraten. Gib jedem die Möglichkeit, Aspekte, die nicht auf ihn oder sie zutreffen, richtig zu stellen.

Bei Teams, die sich bereits besser kennen, können die Teammitglieder gegenseitig ihre Personal Maps erstellen. So können sie ihr Wissen voneinander reflektieren. Häufig ist es sehr überraschend, was man alles über seine direkten Kollegen weiß oder eben auch nicht weiß. Auch hier stärkt die Practice das Vertrauen und Wir-Gefühl. Ein hilfreicher Ansatz ist es, zu rotieren. Das bedeutet, jeder nimmt sich fünf Minuten Zeit pro Map und befüllen sie mit allen Informationen, die man zu der jeweiligen Person weiß. Durch das Rotieren werden alle Informationen aus dem Team zusammengetragen und es entsteht ein gemeinsames Bild. Für die Vorstellung können die oben erwähnte Formate gewählt werden. In etablierten Teams ist es ebenso unabdingbar, die Möglichkeit zu schaffen, falsche Informationen berichtigen, wie auch Raum für individuelle Ergänzungen bezüglich der eigenen Personal Map zu lassen. Gibt es weitere Aspekte von dir, die du gerne mit dem Team teilen möchtest, die dort nicht stehen?

Eine meistens unterschätze Chance dieser Practice ist es, dass du sie auch dafür nutzen kannst, dich selbst und dein Team für dich persönlich zu reflektieren. Challenge dich. Was weißt du über deine Teammitglieder? Wo haben sie ihre Ausbildung erhalten? Wo wohnen sie? Wie lange sind sie schon im Unternehmen oder in deinem Team? Haben sie besondere Fähigkeiten? Was ist ihnen besonders wichtig? Was sind ihre größeren Ziele? Hast du blinde Flecken? Das gezielte Reflektieren ermöglicht dabei wertvolle Gespräche und zeigt dir auch, welche Informationen du von dir preisgeben hast. Möchtest du noch etwas mit deinem Team teilen?

Fang doch direkt an.

Bildnachweise: Allie - Unsplash.com

Artikel kommentieren