04. Juni 2019
3 min

Schau auf dein Herz – Was sagen deine Daten über deine Gesundheit aus?

Immer mehr Menschen tragen Wearables wie Smartwatches und Fitness-Armbänder. Sie erheben zu jedem Zeitpunkt Daten und geben Auskunft darüber, wie gesund du bist. Anhand der Herzfrequenzanalyse lassen sich Rückschlüsse über deine Gesundheit und Fitness ziehen. Gerade im Sportbereich wird die Herzfrequenzanalyse gerne für die optimale Trainingssteuerung eingesetzt. In der Blogpost-Serie "Digital Health" verraten wir dir, wie Technik dich dabei unterstützen kann, gesünder und fitter zu werden.

Die Herzfrequenzanalyse bietet eine ideale Möglichkeit, die Ursachen von bestehenden Krankheiten zu erkennen und stressbedingten Erkrankungen wie Burnout vorzubeugen. Einblicke in die Daten dahinter sind dank der Wearables oder Brustgurten mit spezieller Sensortechnik so einfach und schnell wie noch nie. Diese stressfreie Analysemethode ist zudem 24/7 möglich, kostengünstig und kann mit einem ärztlichen 1-Kanal-EKG verglichen werden. Doch was genau verbirgt sich hinter dieser modernen Technik?

Die Analyse basiert auf der Herzfrequenzvariabilität (HRV) und Anpassungsfähigkeit des Herzens. Es wurde festgestellt, dass eine höhere HRV mit einer geringeren Morbidität und Mortalität sowie einem verbesserten psychologischen Wohlbefinden und einer besseren Lebensqualität verbunden ist. Bei körperlichen Anforderungen, Stress und Gefahr schaltet der Körper in den Zustand „Leistungsbereitschaft“ und bewirkt, dass die Herzfrequenz und der Blutdruck erhöht werden.

„Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor die häufigste Todesursache in Deutschland. Oftmals bedingt eine Erkrankung die andere, wie beispielsweise im Falle von Herzrhythmusstörungen, die durch eine Herzklappenerkrankung ausgelöst werden können. Der Großteil der unter einer Herz-Erkrankungen leidenden Personen erkennt die negativen Anzeichen zunächst nicht oder stuft sie als nicht allzu bedrohlich ein“ (Bundesverband Niedergelassener Kardiologen).

Abhängig von der Wahrnehmung und dem Kontext kann Stress positiv (Eustress) oder negativ (Disstress) sein. Während die akute physiologische Reaktion auf beide Arten von Stress ähnlich ist, unterscheidet sich die Nachwirkung des Stressindikators. Nach positivem Stress, wenn wir frisch verliebt sind, können wir in der Regel schnell abschalten und uns erholen, während hingegen negativer Stress, wie Zeitdruck oder Verlusterfahrungen, anhält und der Körper in einem Stresszustand verweilt – auch wenn wir ruhen oder wenn der akute Stressfaktor nicht mehr vorhanden ist.

Durch die heutigen Lebensweisen sind wir allerdings ständigem Stress ausgesetzt, was dazu führt, dass die andauernden Stressfaktoren den Körper zu einer dauerhaften Leistunsgbereitschaft erzwingen.

Zu viele Aufgaben auf einmal, zu wenig Zeit um sie alle zu erledigen, Leistungsdruck vom Chef und am Ende keine Zeit für Erholung. 

Der Körper kann den Stress infolge dessen nicht mehr abbauen und bestimmte Funktionen, die für die Erholung notwendig sind, werden gehemmt. Für den Körper wird es demnach immer schwieriger, sich von diesem Stress anständig zu erholen und zu regenerieren. Die Folge: die chronischen Belastungszustände führen zu Krankheitssymptomen wie innere Anspannung, Schlafstörungen, ständige Erschöpfung, Leistungsverlust und viele mehr.

Stress macht krank – Die Symptome können in ernsthafte psychische und physische Krankheiten wie Immunschwäche, hohen Blutdruck bis hin zur Depression, Burnout-Syndrom und Suizid verlaufen. 

Wearables und Brustgurte, wie beispielsweise der Polar H10, sind mit einem Herzfrequenz-Sensor ausgestattet und messen die Aktivitäten während des Tragens. Der Orthostatische Test der Geräte zeichnet die HRV auf und liefert Daten über den Erholungszustand.

Unser Digital Health Team aus dem Bereich Data Intelligence bereitet ein Living Lab als Selbstexperiment vor. Auf Basis einfacher HRV-Metriken werden die beiden Zustände Belastung vs. Ruhe voneinander unterscheiden. Dabei spielt es zunächst keine Rolle, ob Belastung physischer oder psychischer Natur ist. Die HRV-Messung dient der Gesundheitsprävention, indem Einblicke in die fehlerhafte Stressregulation gewährt werden und somit für eine bessere Lebensqualität vorgesorgt werden kann.

Ziel der Digital Health Reihe wird es sein, euch die Methoden und Analysen aus dem Projektalltag für das „Verstehen“ des eigenen Gesundheitszustandes aufzubereiten – Stichwort Biofeedback – Möglichkeiten für die Gesundheitsprävention aufzuzeigen und allgemein über die Transparenz, die durch die Daten möglich ist, zu informieren.

In unseren nächsten Blogbeiträgen beschreiben wir die Herzfrequenzvariabilität näher und lassen euch an den Messungen teilhaben, wie sich Gesundheitsfördernde Maßnahmen wie Mindfulness, regelmäßige sportliche Aktivität etc. im Wohlbefinden niederschlagen.

Dadurch soll es euch möglich sein, nicht nur auf euer inneres Gefühl zu vertrauen, sondern eure Gesundheit aktiver zu managen – Euch auf diese Reise mitzunehmen, ist für uns eine Herzensangelegenheit!