05. November 2019
5 min

Worauf legen wir in Vorstellungsgesprächen bei Agile Coaches und Scrum Mastern besonders wert?

Möchtest du dich bei uns bewerben, oder hast es bereits getan, und willst wissen, worauf wir besonderen Wert legen? Dann ist dieser Beitrag genau das Richtige für dich!

Möchtest du dich bei uns bewerben, oder hast es bereits getan, und willst wissen, worauf wir besonderen Wert legen? Um dir dabei zu helfen, dich entsprechend vorzubereiten, haben wir diesen Beitrag geschrieben. Wichtig: Diese Informationen gelten ausschließlich für den Prozess bei den Agile Coaches & Scrum Mastern bei uns. Andere Bereiche in der Novatec nutzen teils andere Verfahren.

Was ist uns wichtig?

Uns ist wichtig, dass wir dich kennenlernen. Keine maskierte Version von dir, sondern DICH. Du wirst auch uns kennenlernen, wie wir sind. Wenn einem von uns nicht gefällt, was wir erleben, dann ist das etwas Positives: Wir haben es jetzt erkannt, bevor wir die Probezeit oder sogar Jahre unseres Lebens miteinander arbeiten und dabei eigentlich unzufrieden sind. Genau das versuchen wir herauszufinden: Passen wir zueinander?

Es ist nicht so wichtig, ob du schon alle unsere Anforderungen erfüllst sondern, dass die Denke (agiles Mindset) passt und unsere Werte geteilt werden. Es geht uns aber nicht um „Ja-Sager“. Kontruktiver Konflikt bringt uns alle weiter. Viele Fähigkeiten kann man auch nach dem Arbeitsantritt noch erlernen. Niemand, der bei uns arbeitet, ist am Ende seiner Lernreise angekommen!

Tipps für das Bewerbungsschreiben

Fokussiere dich bitte auf das Wesentliche. Wir werden zwischen einer und fünf Minuten mit den Dokumenten verbringen – länger nicht. Dabei wollen wir erkennen, was dich im Leben motiviert, warum du ausgerechnet zu uns kommen willst und welche Fähigkeiten und Erfahrungen du hast, die dir als Agile Coach / Scrum Master helfen, einen guten Job zu machen. Auch dein Gehaltswunsch ist wichtig, denn am Ende muss das Gehalt zu deinen Fähigkeiten bzw. dem durch dich erzielbaren Kundenumsatz passen. Für uns müssen das keine hoch polierten PDFs sein, du könntest uns diese Informationen auch formlos per Mail, per Video oder per Brieftaube schicken.

Manchmal erhalten wir Bewerbungen, in denen Fähigkeiten wie „MS Office“ aufgeführt sind, oder Praktika, die 20 Jahre zurückliegen. Wir finden es toll, dass du diese Dinge getan hast / kannst, für den Bewerbungsprozess selbst sind diese Informationen aber nur spannend, wenn sie im direkten Zusammenhang mit deiner Bewerbung stehen.

Wir stellen niemanden auf der Grundlage der Bewerbungsunterlagen ein – wir lehnen aber durchaus Bewerber ab. In etwa drei von vier Fällen versenden wir direkte Absagen. Manchmal hängt das auch gar nicht mit dir zusammen, sondern damit, dass wir gerade nicht über genügend Ausbildungskapazitäten verfügen.

Wenn uns eine Bewerbung gefällt, vereinbaren wir in aller Regel zunächst einen Telefontermin. Entweder bekommst du eine Email mit der Bitte um einen Termin, oder es ruft jemand bei dir an. Es ist völlig in Ordnung, bei einem solchen Anruf kein langes Gespräch zu führen, sondern einen Alternativtermin zu vereinbaren – genauso in Ordnung ist es natürlich, das Gespräch sofort zu führen. Im Gespräch geht es uns darum, die gleichen Fragen wie oben erwähnt zu beantworten. In den allermeisten Fällen finden wir im Erstgespräch die ein- oder andere Wissenslücke, oder Punkte, bei denen wir uns unsicher sind. Dazu verteilen wir dann gerne „Hausaufgaben“, die du dann im Gespräch interaktiv mit den anwesenden Kolleginnen und Kollegen einsetzen kannst.

Ablauf des Kennenlerngesprächs

Im Kennenlerngespräch geht es darum, dich so richtig kennenzulernen. Wir nehmen uns dazu meist 3-4 Stunden Zeit und arbeiten mit ca. 5 Personen mit dir zusammen. Deine Bewerbungsunterlagen werden vorab intern nicht rumgeschickt, genausowenig wie Details aus dem Erstgespräch (bis auf die Hausaufgaben, die du bekommen hast). Wir versuchen so, ein „Anchoring“ zu vermeiden. Zunächst stellen wir uns dir vor, damit du weißt, wer mit dir am Tisch sitzt. Dann stellst du dich allen vor, was in den allermeisten Fällen fließend in die ersten Fragen übergeht. Diese sind fast alle fachlich fokussiert und werden mit dem Fortschreiten des Gesprächs immer mehr fallstudien- oder rollenspielartig. Je nachdem, welche Hausaufgaben du hattest (z.B. die Moderation eines Workshops, oder die Vorstellung eines inhaltlichen Themas), stellst du diese eher am Anfang oder am Ende des Workshops vor. Rechne auf jeden Fall damit, dass wir kritische oder „dumme“ Fragen dazu stellen um dich ein wenig aus der Reserve zu locken. Die Fragen werden reihum gestellt und nach jedem Durchgang prüfen wir, ob wir schon genug über dich gelernt haben, um uns eine abschließende Meinung bilden zu können. Wundere dich also nicht über „römische Daumen“ – die betreffen nicht dich, sondern die Frage, ob wir eine weitere Fragerunde durchführen wollen.

Du selbst darfst natürlich jederzeit auch deine Fragen los werden. Oftmals stellen die Bewerber zu Beginn des Workshops ein paar und weitere am Ende, aber das ist in keiner Weise vorgegeben. Was immer du fragen willst darfst du fragen, wann immer du es möchtest. Manche Bewerber fragen uns fachliche Dinge, andere wollen wissen, wie es in unserem Privatleben aussieht und wieder andere bohren nach dem typischen Tagesablauf eines Beraters. Wir beantworten stets alle Fragen – oder sagen dir, dass die Frage aus bestimmten Gründen nicht beantwortet werden wird.

Am Ende sind meistens sowohl wir als auch du ziemlich durchgeschwitzt. Du bekommst dann eine Viertelstunde Pause, in der wir Feedback für dich vorbereiten. Das besteht aus der Aussage, ob wir dich gerne an Bord hätten, aus einer Werteanalayse, unserer Einschätzung wie lange wir dich ausbilden müssten, um dich für einen deinem Gehalt angemessenen Tagessatz zum Kunden schicken zu können und aus einer Menge bunter Klebezettel mit qualitativem Feedback. Wir präsentieren dir dieses Feedback – oft durch eine Person, die es dir stellvertretend für alle vorträgt – und stehen dir alle für Rückfragen zur Verfügung. Die meisten Bewerber schätzen dieses Feedback sehr. In einem Fall ist es aber auch schon vorgekommen, dass ein Bewerber unser Feedback nicht nachvollziehen konnte und sich ungerecht beurteilt gefühlt hat. Sollte das bei dir der Fall sein, sprich es bitte sofort, also noch in der Feedbackrunde, an. Dann können wir ggf. noch etwas dagegen tun.

Wenn wir dich gerne an Bord hätten, darfst du natürlich noch überschlafen, ob du das auch willst. Sage uns einfach, wann du deine Entscheidung treffen möchtest. Das Vertragliche regeln wir erst dann.

Wenn dein Gespräch an die Mittagspause angrenzt, bieten wir dir in aller Regel an, mit uns Essen zu gehen. Wir schätzen dich als Mensch, sonst hätten wir dich nicht zum Kennenlerntermin eingeladen. Dieser Wertschätzung würden wir gerne Ausdruck verleihen, auch wenn wir dich als neues Teammitglied abgelehnt haben sollten.

Tipps für das Kennenlerngespräch

  1. Sei vorbereitet. Das gilt insbesondere für die Hausaufgaben. Frag lieber im Vorfeld nach, wenn du dir unsicher bist – im Termin selbst ist es dafür zu spät.
  2. Sei du selbst. Wir merken, wenn du dich verstellst. In diesem Fall fliegst du automatisch aus dem Prozess.
  3. Sage uns, wie es dir geht und was du denkst. Die Fähigkeit Feedback zu geben und zu nehmen ist wichtig bei uns. Es ist nicht unser Ziel, den Prozess unangenehm für dich zu machen – verbessern können wir ihn aber nur, wenn du uns an deinen Gedanken teilhaben lässt.
  4. Die Aussagen „Nein“ und „Das weiß ich nicht“ sind in Ordnung. Wenn du aber sagst, dass du etwas wüsstest und es hinterher dann doch nicht beherrschst, bekommst du einen dicken Minuspunkt. Wir schätzen Ehrlichkeit!
  5. Nimm den Termin ernst, mache dich deshalb aber nicht verrückt. Wir sind überzeugt davon, dass du das Zeug dazu hast, bei uns einen wesentlichen Beitrag zu leisten. Sonst wärst du im Prozess nicht so weit gekommen. Du musst also nur den bereits erzeugten Eindruck bestätigen. Das kriegst du hin!
  6. Der Schwierigkeitsgrad der Fragen steigt mit deinem Senioritätslevel und deinem Gehaltswunsch. Ein Junior Consultant bekommt einfache Fragen, ein Senior Managing Consultant bekommt sehr schwere Fragen. Am Ende lautet die Frage, die wir uns stellen nicht „Hast du alles gewusst?“, sondern „Ist das demonstrierte Wissen dem gewünschten Karriere- und Gehaltslevel angemessen?“. Wundere dich also bitte nicht, wenn die Fragen richtig, richtig schwer sind, wenn du ein Gehalt haben möchtest, das richtig, richtig hoch ist.

Hast du noch Fragen an uns oder hast du sogar Ideen, was wir an unserem Ablauf noch besser machen können, dann her damit! Schreib uns doch einfach, ruf uns an, oder komm vorbei. Wir helfen gerne weiter und freuen uns auf dich.